https://www.youtube.com/watch?v=9Tl1ypvizJ4
Joel Frahm (sax)
Dan Loomis (bass)
Ernesto Cervini (drums)
Joel Frahm ist einer der weltweit versiertesten Saxophonisten, der zu Beginn seiner Karriere durch einen Stil auffiel, der an Johnny Griffin erinnerte, und später für seine Arbeit in der Band der Sängerin Jane Monheit sowie für Kooperationen mit Musikern wie Brad Mehldau und Ari Hoenig gelobt wurde. Sein kühner, einfallsreicher Tenorsaxophon-Sound hat ihm Fans in den USA und auf der ganzen Welt eingebracht. Nach 30 Jahren in der New Yorker Szene verbrachte er auch einige Jahre im musikalischen Meltingpot Nashville. Er schien sich jedoch lange am wohlsten zu fühlen, wenn er als hochkarätiger Begleitmusiker auftrat, worüber er in einem Interview (London Jazz News 2021) offen sprach:
„Ich war nie wirklich ein Bandleader – zumindest nicht über die lokalen Auftritte hinaus, die ich in New York spielte. Ein Bandleader zu werden im Sinne von Tourneen, eigenen Kompositionen und dem Erlernen, dies in größerem Rahmen zu tun, das kam erst etwas später und war anfangs nie meine Stärke.“
Thema dieses Interviews war das erste Album des Trios „The Bright Side“, das er im stolzen Alter von 51 Jahren veröffentlichts. „Lumination“ knüpft mit zehn Eigenkompositionen an viele der besten Elemente von „The Bright Side“ an. Vor allem aber ist es das Spiel, das „Lumination“ zu etwas Besonderem macht. Frahm ist ein außergewöhnlicher Techniker an seinem Instrument, doch ebenso beeindruckend ist, wie er seine Ideen während der Improvisationen entwickelt: eine Meisterklasse in motivischer Entwicklung, Zitate sind zu einem Markenzeichen seiner Soli geworden. Diese Art von Gimmick wurde von Sonny Rollins mit maximaler Wirkung eingesetzt, doch Frahm ist zweifellos der moderne Meister. Das Spiel von Cervini und Loomis passt perfekt zum Saxophonisten. Die Jungs klingen immer so, als hätten sie Spaß. Sie schaffen eine großartige Stimmung, die es den Zuhörern erleichtert, sich selbst mit so anspruchsvollem Spiel wie auf diesem Album zu identifizieren. Joel Frahm und sein Trio haben eine herausragende gemeinsame Stimme entwickelt, und nun ein weiteres Album, das dies beweist.
Frahm hat außerdem als Lehrer an den besten US-Universitäten einen Namen gemacht, hat dort unzählige Workshops gegeben, und ist Mitglied der Musikfakultät der Texas State University. Er war außerdem beim „Next Generation“-Programm des Monterey Jazz Festivals tätig.
foto’s © Patrick Van Vlerken
